oder: Von einem der Auszog ein E-Fahrzeug zu kaufen oder „Ey Mann, wo is mein Auto?“
oder: Von einem der Auszog ein E-Fahrzeug zu kaufen oder „Ey Mann, wo is mein Auto?“
Meine Reise zur E-Mobilität
Freitag 31.05.2013. 14:30 Uhr. Es regnet, und regent und regent. Der Volt setzt sich vollgestopft mit Strom, Benzin, den Voltoleros, Klamotten und einem Rollstuhl in Bewegung. Er hat gut 400km vor sich.
Nur warum in aller Welt bricht die Voltolero-Familie an diesem sehr nassen Tag, der wohl als Auslöser des Jahrhundert- oder Jahrtausendhochwasser in Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Geschichtsbücher eingehen wird, auf um mehrer hundert Kilometer in einem Auto zurück zu legen?
Der Grund ist das 2. User-Treffen des „Opel Ampera und Chevrolet Volt“-Forum, diesem al Emmenbrücken in der Schweiz. Wir hatten uns an diesem Tag kurzfristig dazu entschlossen doch noch in die Schweiz zu fahren. Durch den prasselnden Regen der die Stimmung in Bayern bereits seit Tagen auf den Tiefpunkt drückt.
Dem Regen werden wir schon in der schönen Schweiz entkommen, glauben wird. Jaja, genau so wird es sein!
200km später am Bodensee sieht die ganze Sache noch nicht viel besser aus. Inzwischen können wir aber die verschiedenen Arten von Regen unterscheiden die seit Tagen das Land überziehen. Sprühregen, Starkregen, horizontaler Regen, platschender Regen – wir kennen sie inzwischen alle! Der Volt macht sich daraus einen Spass und lässt auch noch die Scheiben anlaufen. Naja,so oder so, die Sicht ist ja sowieso bei 0.
Bei Lindau nehmen wir die Ausfahrt auf die Landstrasse da wir als gute Schwaben den Österreichern für die wenige Kilometer Autobahn die Maut nicht gönnen. Autobahnen können die eh nicht bauen – da darf man ja nur max. 120 kmh fahren – tzzzzzz. Also tingeln wir im Elektromodus über Bregenz Richtung Schweiz. Ein paar Euros gehen für die Jahresvingnette der Schweiz drauf. Die können zwar auch keine Autobahnen bauen - auch hier ein Tempolimit ;-). 200km über Schweizer Landstrassen hätten unter anderen Umständen Ihren Reiz, heute aber können wir drauf verzichten. Ob jetzt die Schweiz oder Tokio. Man würde bei dem Wetter keinen Unterschied merken - ausser das es in Tokie wegen der Leuchtreklamen heller wäre.
Auch den Abstecher an den Bodensee verwerfen wir beim Blick auf das subopimale Wetter ausserhalt unserer Voltkapsel. Der Bodensee ist doch sowieso nur Regen der in ein Loch gelaufen ist und damit total überbewertet. Um das zu sehen müssen wir nicht vom Weg abweichen. Löcher mit Regen darin gibt es doch zur Genüge entlang der Strasse. Also weiter!
Eine Stunde später erreicht der Tross Zürich. Ich habe nasse Füsse. Ich wollte doch von einem Rastplatz noch einen Blick auf den Bodensee werfen, aber der Bach, der mal ein Weg war hat die Wattiefe meiner Schuhe überschritten. Wuschelkopf war schlauer und hat sch nach 2 Schritten ins trockene Auto getrollt.
Der Volt erlaubt sich einen bösen Scherz mit uns. „Störungen auf der Strecke“ lügt und das Navi an (oder auch nicht, wir können es ja nicht überprüfen) und schickt uns direkt durch das Zentrum von Zürich. Tolle Stadt. Wir lernen auch noch eine spezielle schweizer form des Regens kennen:
Räge, Räge, Rägetröpfli
Tröpfle uf mis Chöpfli,
Tröpfle i mis Läbes-
Töpfli

Zürich ist eine schöne Stadt, sagt man. Vielleicht sehen wir es beim nächsten mal.
19:10 Es wird langsam dunkel. Der Regen schein ein Nachtschwärmer zu sein. Er legt nochmal ein Brikett nach. Der Volt lässt empört den Range Extender auf hoher Stufe laufen. Aber es hilft nichts. Wir müssen weiter.

Jetzt ist die nochmal die volle Aufmerksamkeit gefragt. Die Schweizer bombadieren uns in den Tunnels mit einer Masse an Schildern. Konzentration!
Kurz nach 20:00 Uhr erreichen wir das Hotel. Auf dem Parkplatz treffen wir eine Rotte von Amperas und Volts an, die kreuz und quer mürrisch im Regen stehen. Einige Laden, andere noch nicht. Wir sind die Letzen die ankommen. Trotzdem schaffen wir es noch einen Parkplatz zu belegen.

Im Dunkel (Dramatization! Es dämmert gerade) sehe ich Schemen durch den Regen huschen. Die Fahrer versuchen alle Autos an die grosse Verteilung zu klemmen. Ein Durcheinander von Licht und Schatten. Aber so Chaotisch dies Wirk, alles ich wohl geordnet und Choreographiert. Rufe erschallen: „Wer lädt noch mit 16A?“ „Nein, nicht Phase 1 nehmen, nimm Phase 3!“. Unterbrochen werden die Rufe durch das Stakkato des „Ladeverlustalarm“ eines Volts oder Ampera. Die Sicherung war überlastet. Er hat doch Phase 1 genommen!

Ladeboxen in verschiedenen Ausführungen werden so gut es geht mit Brettern, Schirmen oder unter Autos vor dem Regen geschützt. Eine Erkenntnis bringt dieser Tag - die GM-Ladeboxen sind wirklich Waserdicht!

Auch ich beteilige mich an diesem Tanz und versuche heimlich einen CEE32A-Stecker in eine CEE63A-Dose zu stecken – passt nicht. Warum immer so pingelig? Alle anderen Dosen sind bereits belegt. Ich folge dem dicken orangen Kabel und stoße auf einen weiteren Verteilerkasten der noch nicht so überlastet zu sein scheint. Aber schon die nächste Überraschung. Die Schweizer haben doch einfach Steckdosen verbaut in die mein Schuko-Stecker nicht hinein passt. Immer müssen die ihr eigenen Käse-Fondue kochen. Aber da ist ja noch eine 16A CEE frei. Flugs habe ich den passenden Adapter aus dem Fundus im Kofferraum gefischt. Dabei mache ich mir nichts daraus das mit dabei das Wasser von der Heckklappe in den Nacken läuft – wenn ein Elektrofahrer eine Steckdose sucht ergreift ihn ein Fieber das sich am ehesten mit dem Fieber auf einer Grosswildjagt vergleichen.
Einen 16A CEE->Schuko – 10m Verlängerungskabel und der Ladebox später nuckelt der Volt mit moderaten 10A am Strom und scheint zufrieden auf sein Tagwerk zu blicken.

Als sich mein Blick nach dem Abklingen des Ladefieber wieder klärt vermisse ich die Familie. Die hat sich inzwischen durch den strömenden (und nun auch kalten) Regen in das Hotel geflüchtet und besetzt bereits die Rigi-Suite.
Das hatte ich bereits verdrängt. Da wir uns erst so spät zur Anreise entschlossen haben, war nur noch die Suit frei. Schön gross mit einer schönen grossen Terasse (die aber gerade wie ein Schwimbad aussieht) und schön teuer.
Das alles hat den Designer der Suite aber nicht davon abgehalten der global harmonisierten Blaupause für Hotelzimmer zu folgen. Diese sieht zwar IMMER einen Schreibtisch vor, stellt es aber anscheinend unter Strafe diesen Schreibtisch auch mit ausreichend Steckdosen auszustatten. Also muss wieder der Powercube ran. Netterweise hat GM dem Volt diverse Adapter für die europäischen Steckdosen mitgegeben – ach, damit hätte es an der Verteilung ja geklappt.

Gänzlich illegal benutze ich den Adapter für die Schweiz um den Powercube, nachdem ich den Schreibtisch verschoben habe um an die einzige Steckdose zu kommen, anzuschliessen. GM untersag das ausdrücklich. Hoffentlich geht der Adapter beim Laden des Smartphones nicht in Flammen auf.

Inzwischen hat die Familie die Gepäckstücke per Zufallsprinzip im Zimmer verteilt. Wuschelkopf hat die eine Seite des Bettes erobert und gibt es nicht mehr her. Das führt dazu das Sarahmaus und ich mir die Ausziehcouch teilen müssen – DANKE WUSCHELKOPF.
Aber jetzt ab in das Restaurant! Dort treffen wir zuerst Joe, der den Event organsiert hat. Mit Namenschildern ausgestattet begrüssen wir die Teilnehmner. Der Versuch, Speiss und Trank zu bestellen gelingt und so versinken wir schon bald im Fachsimpeln.

Der Regen prasselt immer noch gegen die Fensterscheiben und ab und zu ertönt der „Ladeengerieverlustalarm“ vom Parkplatz und einer der Teilnehmer hetzt hinaus in die schweizer Regennacht!
Wir sind angekommen!
Der Wetterbericht geht Morgen von 100% Regenwahrscheinlichkeit aus - aber wann hatte der schon einmal recht!

Das war es mit Teil 1. Weiter geht bald es im Teil 2 mit „Eco Drive – die Letzten werden die Letzten“.
Montag, 3. Juni 2013
Forumstreffen Teil 1: Die Letzten bei Nacht und Regen