oder: Von einem der Auszog ein E-Fahrzeug zu kaufen oder „Ey Mann, wo is mein Auto?“
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Meine Reise zur E-Mobilität
10.000 ELEKTRISCHE Kilometer
Wow, das ging jetzt irgendwie doch schnell.
Die ersten 10.000 elektrischen Kilometer sind voll.
Für diese Strecke wurden ab Steckdose 2502 kwh elektrische Energie benötigt. Das führt zu einem durchschnittlichem Verbrauch von 24,6 kwh/100km (ebenfalls ab Steckdose, also bereits inkl. Ladungsverluste ). Der Verbrauch nach Steckdose liegt bei 19,69 kwh. Bitte auch zu beachten, in diesem Verbrauch ging zum allergrössten Teil der Winterverbrauch mit ein (niedrige Temperaturen, Winterreifen).
Damit liegen wir bei treibstoffabhängigen Kosten von 5,66 EUR für 100km, falls man von einem Preis von 0,23 EUR für die Kilowattstunde ausgeht.
Die 24,6 kwh entsprechen dem Energiegehalt von 2,48 Litern Diesel. Für ein Fahrzeug mit einer Leistung von 111 KW, 4 vollwerigen Sitzplätzen und Kofferraum und einem Gewicht von 1700kg ist das doch nicht schlecht.
Zum Vergleich
Das 1Liter-Auto von VW soll ja 785kg wiegen, eine Leistung von 35kw (Dieselmotor) + 20kw (Elektromotor) haben (wieviel Leistung insgesamt konnte ich leider bisher nicht ermitteln). Der Verbrauch liegt dann Schätzungsweise bei 10 kwh/100km - Vor Steckdose. Ich rechne nun noch ca. 20% Ladungsverluste ein - dann landen wir bei 12 kwh/100km ab Steckdose - und damit bei ca. 50% des Volts. Durchaus ok, allerdings hat noch niemand diesen Wert überhaupt erfahren und ob dieser Verbrauch auch im Winter erreichbar sein wird? Wir werden sehen sobald die ersten Werte aus dem wirklichen Leben verfügbar werden.
http://www.heise.de/autos/artikel/Schluckschlecht-1809773.html
Dafür gibt es nur 2 Sitzplätze, nur einen kleinen Kofferraum und der Preis dürfte in denselben Regionen wie die des Volts liegen. Aber das dürfte alles kein Problem sein - VW will sowieso nur 50 Stück bauen.
Ausserhalb der elektrischen Reichweite, also wenn beim Volt oder beim XL1 die Verbrennungsmotoren zugeschaltet werden, sieht die Rechnung wieder anderst aus. Diese Rechnung werde ich auf Voltolero.de posten wenn ich die 10.000km im Benzinmodus erreicht habe. Dies kann aber noch dauern, denn hier steht der Zähler gerade bei 5292 Kilometer - und wird jetzt im Frühling und Sommer nur noch langsam ansteigen.
Ich hoffe das ich auch für andere E-Autotypen Verbräuche aus der realen Welt von Fahren ermitteln kann. Diese würde ich dann ebenfalls hier auf Voltolero.de zum Vergleich anbieten. So rechne ich stark damit das z.B. der Verbrauch des Smart ED, des BMW i3 oder auch des Rennault Zoe deutlich unter denen des Volts liegen dürfte.
Stört was?
Was gibt es denn sonst nach ca. 15.000 Kilometer zu berichten? Eigentlich nicht viel. Der Volt benimmt sich absolut zuverlässig. Immer noch gibt es keinerlei Knistern oder Knacksen im Innenraum. Der Antriebsstrang hat bisher überhaupt keine Auffälligkeiten gezeigt und die elektrische Reichweite liegt in dem vom Hersteller versprochenen Bereich von ca. 40-80km (im Winter bei ca. 40-50km).
Lästig ist bisher einzig das sich beim Vorheizen im Stand bei sehr niedrigen Temperaturen (deutlich kälter als -4°C, bisher auch nur 2x beobachtet) doch tatsächlich der Verbrennungsmotor zuschaltet - selbst wenn der Volt an der Steckdose hängt - peinlich. Die Option im Fahrzeugmenu mittels der man dieses Verhalten deaktivieren könnte ist bei meinem Volt nicht auffindbar.
Das Entertainmentsystem scheint bei der CPU-Leistung etwas auf Kante genäht zu sein. So erfolgt die Lautstärkenverstellung machmal etwas zeitverzögert. Allgemein könnte der Software ein bisschen Feinschliff noch gut tun. Das Navi verschluckt sich manchmal bei der Positionsbestimmung und gibt dann unsinnige Navigationshinweise. Das kann durch die „Microsoft Windows-Methode“ abgestellt werden. Volt ausschalten und -> die Fahrertür öffnen. Danach ist alles wieder normal.
Die dunkle Seite
Eine dunkle Seite hat der Volt aber noch. Er bringt einen dazu, Verbennerfahrzeuge als nicht mehr akzeptabel zu empfinden.
Diese Woche war ich auf Geschäftsreise und fuhr dort mehrfach Taxi. Unter anderem eine relativ neue E-Klasse vom grossen Stern. Ich habe mich plötzlich dabei ertappt wie ich genervt von dem Geruckel des Getriebes und den Vibrationen des Motors gedacht habe: „Mann, ist dieses Auto sch*e!“. Das ist natürlich an und für sich etwas unfair - aber im Verlgeich zu einer Fahrt im Volt war die Fahrt in dieser E-Klasse wirklich eine Postkutschenfahrt.
Ich bin für die Verbrennerwelt verdorben - ein für alle Mal. Ok, einen Sportwagen würde ich nicht aus der Garage vertreiben ;-). Da gehören Krach, Lärm und Qualm ja manchmal (aber immer seltener) noch dazu.
Auffallend
Die Bremsscheiben und Bremsbeläge sind immer noch wie am ersten Tag. Kein Wunter, sie werden auch sehr selten gebraucht. Richtig bewusst wurde mir das in der Waschanlage als mich der Angestellte frage: „Mit Felgenwäsche?“. Was soll denn da weggewaschen werden - aggressiven Abrieb der Bremsen gibt es ja nicht?! Beim MX5 muss ich immer dahinter her sein, genau diesen klebrigen Staub von den Felgen weg zu bekommen.
Fazit bisher: Immer wieder!
Ciaooooo
Euer
Voltolero.de
Samstag, 2. März 2013
10.000 elektrische Kilometer